Evolutionary Biodiversity Dynamics

Lake Chala haplochromines by Florian Moser and Jacco van Rijssel

Hauptziel

Wir untersuchen die ökologischen und genetischen Mechanismen, durch die Biodiversität entsteht – Diversifikation innerhalb von Arten, Artbildung und grosse Art-Radiationen. Wir untersuchen auch Adaptive Radiationen in einem gemeinschaftsökologischen Kontext und versuchen zu verstehen, wie Anpassung, Artbildung und Adaptive Radiationen Artenvielfalt und die Funktion des Ökosystems beeinflussen. Wir arbeiten auch daran, zu verstehen, wie Umweltveränderungen sich auf Artenzusammensetzungen, die zu unterschiedlichen Anteilen aus Immigration und durch Artbildung entstanden sind, auswirken. Schlussendlich möchten wir wissen, wieso verschiedene evolutionäre Linien so enorm unterschiedlich sind in ihrer Diversität und in ihrer Reaktion auf Umweltveränderungen über Zeit und Raum.
Wieso gibt es dutzende oder gar hunderte von Buntbarscharten in vielen grossen afrikanischen Seen und mehr als 30 Arten von Felchen in den subalpinen Seen, während es von den meisten anderen Fischgruppen nur eine Art in denselben Seen gibt? Wie beeinflussen diese grossen Radiationen die Ökosystem dieser grossen Seen und was sind die Gründe und Konsequenzen von Massenaussterben? Was sind die Rollen von Immigration und Artbildung in der Zusammensetzung dieser Fischgemeinschaften und wie beeinflusst die rezente Klimageschichte und auch der aktuelle anthropogene Einfluss (Trübung durch Nährstoffeintrag, Überfischung, etc.) diese Mechanismen?
Unser Zugang zu diesen Fragen ist interdisziplinär. Wir nutzen Werkzeuge aus der experimentellen Ökologie und der Feldökologie, Verhaltensforschung, Phänotypanalyse, Populationsgenetik und -genomik, Phylogenomik und Bioinformatik. Unsere Studiensysteme/Studienobjekte sind Artenradiationen, wie die unglaublich artenreichen Buntbarsche der grossen Seen Ostafrikas, die Felchen und Saiblinge in „Archipelagos“ von tiefen subalpinen und sub-polaren Fluss-Netzwerken und die Diversität von Ökotypen und Stichlingen in frühen Stadien der Artbildung.
Letztendlich arbeiten wir darauf hin, dass wir gute wissenschftliche Fundamente bauen können für den Biodiversitätsschutz und Habitatinstandsetzung und gute Methodiken für das Einschätzen und Monitoring von Biodiversität in Seen und Flüssen.
Dies alles geschieht in Kollaborationen mit Forschungskollegen in verschiedenen Projekten: